Wird nach einem Unfall medizinische Hilfe gebraucht, sind kurze Zeit nach dem Notruf Rettungswagen und Notarzt zur Stelle, um fachgerecht Hilfe zu leisten. Was ist aber, wenn nicht nur ein Mensch oder drei Menschen auf einmal Hilfe brauchen, sondern 40, 100 oder mehr?

Selbstverständlich hofft jeder Mensch, dass so ein Ereignis am besten nie vorkommt, aber immer wieder sind viele Menschen zügig auf Hilfe angewiesen wie bei Zugunglücken, Massenpaniken, Hochwassern oder Wetterstürmen. Ist das Ausmaß derart heftig, dass mehrere Behörden und Organisationen unter einer einheitlichen Führung durch eine staatliche Behörde (in der Grafschaft Bentheim der Landkreis) tätig werden, spricht man von einer Katastrophe. Jedoch erst dann aktiv zu werden, wenn die Katastrophe bereits in vollem Gange ist, ist zu spät: Es müssen bereits im Vorfeld Vorkehrungen getroffen werden, um eine Katastrophe schnellstmöglich in den Griff zu bekommen – der Kerngedanke des Katastrophenschutzes.

Im Falle einer Katastrophe herrscht meist ohnehin schon Chaos, deswegen ist es umso wichtiger, eine klare Struktur zu schaffen. Der Katastrophenschutz ist deswegen nach so genannten „Fachdiensten“ organisiert, wie Brandschutzdienst, Sanitätsdienst, Bergungsdienst, ABC-Dienst oder Betreuungsdienst. Wir als Deutsches Rotes Kreuz in Bad Bentheim sind ebenfalls ein Katastrophenschutzstützpunkt mit dem Fachdienst „Sanitätsdienst“. Unsere Schwerpunktaufgaben liegen in der Versorgung und dem Transport verletzer und kranker Menschen im Katastrophenschutzfall.

Für unsere Mitarbeit im Sanitätsdienst des Katastrophenschutzes haben zum einen selbst gewisse Vorbereitungen im Ortsverein getroffen, aber auch Unterstützung vom Bund bekommen:

  • Regelmäßige Aus- und Fortbildung: Kernstück des Katastrophenschutzes sind natürlich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Regelmäßig können sich unserer Helfer zu Sanitätern nach DRK-Richtlinien ausbilden lassen. Vorgeschrieben ist für jeden Helfer auch eine „Grundausbilung“: Sie umfasst weiterhin eine Ausbildung im Betreuungsdienst, in Technik und Sicherheit, Psychosoziale Notfallversorgung und ein Rotkreuzeinführungsseminar. Je nach Katastrophenschutzstützpunkt können sich Helfer auch in anderen Fachdiensten spezialisieren.
  • Einsatzfahrzeuge: Wir selbst als Ortsverein unterhalten zwei Mannschaftstransportwagen, einen Kommandowagen und einen Gerätewagen Sanitätsdienst. Vom Bund haben wir dazu noch zwei Krankentransportwagen abgestellt bekommen, mit denen jeweils bis zu vier verletze oder kranke Menschen transportiert werden können.
  • Vorgehaltenes Material: Neben dem Material auf unseren Fahrzeugen lagern wir in unserem DRK-Zentrum auch noch weitere Feldbetten, Decken, Lagerungsgestelle für Krankentragen, Zelte und weitere nützliche Dinge für den Einsatzfall.

Mit unseren Helfern, den Fahrzeugen und unserem Material sind wir innerhalb weniger Minuten bis Stunden einsatzbereit, um auch bei Katastrophenfällen in entfernten Gebieten über Tage hinweg Hilfe zu leisten.